4. Januar 2015

Adieu geliebter Schweinehund



Ich liebe Veränderungen, probiere gerne Neues aus und lasse mich von einer Idee schnell mitziehen, aber meistens verliere ich auch genauso schnell wieder das Intersse an einer Sache. Meistens liegt es an der nicht vorhandenen Zeit, oder der inneren Überzeug für die Sache. Also wird kurzerhand wieder das Handtuch geworfen. Es gibt nur sehr wenige Dinge die ich mit tiefster Überzeugung, sehr viel Geduld und dem so wichtigen Elan und der nötigen Liebe zur Sache ausübe. 

Ich trainiere seit einigen Jahren fleißig Karate. Und um so weiter ich in diesem Sport komme und um so komplizierter die Techniken werden, desto schneller gerate ich an meine körperlichen Grenzen (ab und an auch an meine Geistigen). Manchmal komme ich am nächsten Morgen kaum aus dem Bett, geschweige denn die Treppe hoch, meine Gelenke tun mir weh und ich fühle mich wie hundert Jahre. Obwohl ich mich durchaus fit und ganz gut konditioniert fühle und bisher auch jede meiner Karateprüfungen bestanden habe, musste ich diesen ewigen Schmerzen endlich ein Ende setzen. 


Und so habe ich meinem inneren Schweinehund den Kampf angesagt und habe am Freitag das erste Mal in meinem Leben ein Fitnessstudio betreten. Tja was soll ich sagen;  wenn ich bis dahin dachte einigermaßen fit zu sein, dann war es glatt gelogen! Nach fünf unterschiedlichen Übungen an den Geräten, habe ich mir direkt geschworen für die Rückfahrt ein Taxi zu bestellen, weil ich sicher nicht mehr in der Lage sein würde mit dem Fahrrad nach Hause zu fahren. Die reinste Selbstüberschätzung zur ersten Fitnessstunde mit dem Rad zu fahren!
Nach einer Stunde Training hingen mir die Arme bis zum Boden, die Beine waren schwer wie Blei und wenn ich noch eine Wiederholung mehr gemacht hätte, wäre ich wie ein nasser Sack bäuchlings über einem der Geräte zusammen gebrochen. 
Selbst das Haarefönen nach der wohltuenden Dusche gestaltete sich schwierig, denn ich  bekam kaum die Arme hoch und hab den Fön noch nie so oft von einer Hand in die andere gewechselt. 
Da mein lieber Mann (der gleichzeitig auch mein Karatetrainer ist) mit mir gemeinsam im Studio war, habe ich die Zähne zusammen gebissen und bin im Schneckentempo hinter ihm nach Hause geradelt. Anschließend bin ich völlig erschöpft aufs Sofa gefallen und hab mich nur noch bewegt, wenn ich aufs Klo musste. 
Am nächsten Morgen fühlte ich mich nicht nur wie hundert, sondern schlimmer.... wie eine verprügelte Hundertjährige. 
Aber wisst ihr was? Ich beginne dieses Gefühl zu lieben. Dieses Gefühl von völliger Erschöpfung und dem Wissen, dass mit Kontinuität und dem nötigen Fleiß es irgendwann nicht mehr so schlimm sein wird und ich mir und meinem Körper damit etwas Gutes tue. Die nächste Karateprüfung kann kommen!

Ich sag nur tschüss hängende Flügel und willkommen Knackarsch!! Tschakka….


Und ihr so? Habt ihr euch etwas vorgenommen, oder läuft alles in gewohnten Bahnen weiter? 

*

Habt einen schönen Abend! Ich kuriere noch das kleine bisschen Rest vom Muskelkater und freue mich auf morgen.

sportliche Grüße, Katja

Kommentare:

  1. Liebe Katja,

    ich musste so einige Male bei deinem Bericht schmunzeln. *Hihi*
    Puh, ich könnte mit meine Liebsten nicht trainieren, das ist nämlich ein Sportjunkie. (Das klingt bei dir ähnlich...)
    Und nach 10 Minuten könnte man mich aus den Studio tragen. Hut ab, das du durchgehalten hast und keine Schwäche gezeigt hast.
    RESPEKT!!! Dann pflege jetzt mal deinen Muskelkater.

    Mitfühlende Grüße
    Nico

    AntwortenLöschen
  2. :-)...lustig...ich habe auch schmunzeln müssen. Habe heute auch meinen Schweinehund überwunden, war im Wald 10 km laufen, meine Oberschenkel brennen immer noch. Ich habe meinen Weihnachtspfunden den Kampf angesagt. :-). Ich wünsche Dir für das neue Jahr nur das Beste, Glück, Gesundheit und tolle Momente und vor allem Durchhaltevermögen :-). Liebe Grüße bis ganz bald Jenny

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Katja,

    Hut ab! Ich fühle mich auch ohne Sport wie 100 ... seitdem ich vor Kurzem 40 wurde ... einen sportlichen Vorsatz habe ich. nur nicht den Anreiz ihn durchzuführen *seufz*

    Ganz liebe Grüße,
    kroetinchen

    AntwortenLöschen

Schön, dass du Zeit für`s Kommentieren gefunden hast! Danke!